Netzausrüster und Mobilfunkbetreiber arbeiten bereits am Mobilfunksystem der vierten Generation: Long Term Evolution (LTE) heißt das Zauberwort. In ein bis zwei Jahren könnte die neue Technik für die ersten Kunden zur Verfügung stehen.

Die Mobilfunk-Branche hofft auf das große Geschäft mit Daten: In vier Jahren, so wird geschätzt, soll bereits die Hälfte der Umsätze mit Anwendungen wie dem Internet-Surfen per Handy gemacht werden. Das Problem: Dafür wird die Übertragungskapazität der Netze der dritten Generation (UTMS) nicht mehr ausreichen. Die Lösung: Neue Netze der vierten Generation LTE. Sie bauen auf dem UMTS-Standard auf und sollen parallel zu den existierenden 2G- und 3G-Netzen betrieben werden. Der neue Standard soll auch die ständig steigenden Ansprüche der Kunden befriedigen: Wer künftig mobile Multi-Media-Angebote nutzt, wird sich, was die Qualität des Empfangs angeht, deutlich am Festnetz orientieren. "Spiele und Filme werden hohe Anforderungen bezüglich Bandbreite- und Latenzzeiten an kommende mobile Netze stellen. Technisch weist LTE deshalb den absolut richtigen Weg in die Zukunft der Netze, besonders, weil die Betreiber auf ihre UMTS-Netze aufsetzen können" meint Christoph Caselitz, Chief Market Operations Officer der Nokia Siemens Networks.

LTE heißt mehr Tempo bei der Datenübertragung: Geplant sind 100 Megabit pro Sekunde bei der Übertragung vom Netz zum Mobilgerät (Downlink) und 50 Megabit pro Sekunde in die umgekehrte Richtung (Uplink). Möglich wird dies auch durch weiter entwickelte Funktechnologie - sie wählt, angepasst an die jeweilige Umgebung, einzelne Frequenzen aus und weist den Teilnehmern die jeweils ideale Frequenz zu. Optimale Aufteilung heisst das Zauberwort: Über die Vergabe der Netzressourcen wird 2000 mal in der Sekunde neu entschieden. Parallel wird über verschiedene Antennen gesendet und empfangen. Das verbessert die Übertragungsqualität, weil unterschiedlichen Sendewege nicht unter den gleichen Störungen (wie Interferenzen oder Verluste) leiden.

Das Rennen um die mobile Technologie der Zukunft hat bereits begonnen: Neben der deutsch finnischen Nokia Siemens Networks arbeiten an der LTE-Entwicklung Unternehmen wie die schwedische Ericsson, oder das französisch-amerikanische Alcatel. Sie treten an gegen die chinesischen Konkurrenten Huawei und ZTE.